Im Wald bei Fürholzen, da sind die Räuber, zumindest während der kürzlich gedrehten Filmszenen für die historische Krimi-Dokumentation von Heimatforscher Ernst Keller unter dem viel versprechenden Titel „Vergessene Geschichten aus unrühmlichen Zeiten“.
„Im Wald, da sind die Räuber“, zumindest während der kürzlich gedrehten Filmszenen für die historische Krimi-Dokumentation vom Fürholzener Heimatforscher Ernst Keller unter dem viel versprechenden Titel „Vergessene Geschichten aus unrühmlichen Zeiten“.
Die abenteuerlichen und spannenden Gegebenheiten, Gegenstand von Kellers aktuellen Film- und Buchprojekt, darunter zwei bis zum heutigen Tag unaufgeklärte Morde und eine überlieferte Geistererscheinung, sind also „echte Krimis“ und basieren auf Quellen staatlicher, kirchlicher und privater Archive, die – zumindest in den allermeisten Fällen – noch nie veröffentlicht wurden.
So auch die authentische „Räuberpistole“ aus den Jahren 1854/55, woraus ein Kapitel im Wald bei Massenhausen nachgestellt wurde. Das Szenario: Eine Diebesbande unter Führung der beiden Brüder und Diebe Georg und Xaver Geiger, 28 und 30 Jahre, und der cleveren Bauernmagd „Oberdirn“ Josepha Wimmer feierte am offenen Lagerfeuer ausgelassen ihre erfolgreichen Raubzüge von ihren Überfällen und Einbrüchen in umliegende Gehöfte und Anwesen, als das gute Dutzend Spießgesellen von Gendarmen überrascht und verhaftet werden konnte. Als einer der beiden Haupttäter versuchte, sich der Festnahme zu entziehen, wurde er bei seinem Fluchtversuch ins Bein geschossen. Keller verrät auch das weitere Schicksal der Inhaftierten: Auf sie warteten unterschiedlich lange Aufenthalte im Zucht- beziehungsweise Arbeitshaus.
Für die Verkörperung der Charaktere konnte Keller zu seiner großen Freude eine komplette Schauspielertruppe aus der Umgebung gewinnen, nämlich die eingespielten Bühnendarsteller der Maibaumfreunde Giggenhausen. Die Compagnie, die diesjährig ganz kurzfristig coronabedingt ihre ausverkauften Aufführungen im Metzgerwirt im März absagen musste, war sehr ambitioniert und mit viel Spaß bei der Sache.
Die beiden professionellen Kameramänner Wilfried Winklmeier und Georg Barth, mit deren Hilfe sich auch spektakuläre Szenen umsetzen lassen, komplettieren das Filmteam.
Keller hofft, dass die Premiere für die Buchvorstellung (Band eins des zweibändig angelegten Werks soll im Freisinger Fink-Media-Verlag erscheinen) und die Erstaufführung des Filmes Ende des Jahres stattfinden können und zwar im Historischen Rathaussaal der Stadt Freising. Für diese Vorschau gilt den Worten des Autors nach freilich die dieser Tage oft gehörte Einschränkung: „Falls uns Corona nicht noch einen Strich durch die Rechnung macht.“
Für Sie berichtete Ulrike Wilms.