Der Balasai Park in Massenhausen – ein Ort für Körper und Geist
Wenn der Wecker morgens klingelt, beginnt für die meisten der acht-, neun- und gar zehn- und mehr stündige Wettkampf gegen die Uhr. Duschen und Frühstück im Minutentakt, Kinder fertig machen und in die KitTa bringen, im Stau stehen, Meeting, Telefonate, zwischendurch ein Snack, eilig ins nächste Meeting, immer mit dem Blick auf den E-Mail-Eingang, bereit, auch die spontane Zusatzaufgabe des Chefs irgendwie in den engen Zeitplan zu quetschen, auf dem Nachhauseweg noch schnell in den Supermarkt. Zeit zum Innehalten und Durchatmen ist Luxus in der modernen Gesellschaft, sogar während Coronazeiten. Obwohl sie scheinbar 24/7 mobil sind, leiden immer mehr Menschen an so genannten Zivilisationskrankheiten wie Herz- und Gefäßerkrankungen, Diabetes mellitus Typ 2, Übergewicht und verschiedene Krebsarten. Die Erklärung ist einfach: Bewegungsmangel. Nicht die ausdauernde sportliche Betätigung ist für den Schweiß auf der Stirn und unter den Achseln verantwortlich, sondern die anstehende Deadline mit einem Geschäftskunden.
Nicht aufgeben
Neben Ernährungsumstellungen sind Sport und Auszeiten für viele Mediziner probate Mittel, um Körper und Geist wieder fit zu bekommen und zu halten. Wenn das direkt „vor der Haustür“ möglich ist, umso besser. Am Ende der Sandstraße in Massenhausen in der Nähe des ehemaligen Sandwerks ist es ein kurzer, steiler Anstieg über einen Kiesweg durch den Wald. Ehrlicherweise könnten sich hier bei Untrainierten die leckeren Schokos-Pommes-Pizzasnacks, die die Hüfte als Gold ordentlich beschweren, laut schnaufend bemerkbar machen. Auf einer Ebene, nach etwa 200 Metern, verrät ein Schild den Beginn der Balasai Parks: „Begegne diesem Ort mit Liebe und Respekt“, wünscht sich Erbauer Wolfgang Bock. Je nach Fitnessgrad sind Respekt und Liebe während des nächsten noch steileren, aber kürzeren Anstiegs mal größer, mal weniger groß. Wer hier hadert, verliert, denn für den, der seiner Fitness zuliebe durchhält, folgt die Belohnung auf dem Fuße: es öffnet sich ein idyllischer Platz, der den Blick bis zu den Alpen frei gibt.
Sei glücklich
Ein hölzener und offener Gebetstempel, Schaukeln und eine Bank laden ein, zu verweilen und durchzuschnaufen – endlich. Nach der Anstrengung kann man den Trainingserfolg für den Körper zwar infrage stellen, für die Seele aber ist er unermesslich. „Be happy. Make others happy. Reach God happily“ steht als Auftrag für jedermann über einem Zugang des Andachtsortes; eine Glocke verspricht demjenigen Glück, der sie läutet. Je ein Zitat und das Symbol aus dem Christentum, Islam, Taoismus, Buddhismus, Hinduismus und Jainismus zieren die Wände. Es ist eine Oase der Entspannung, die verführt, loszulassen, Gedanken wandern zu lassen und sich für den anschließenden Rundweg und „Abstieg“ am Seilgeländer zu motivieren.
Für Sie berichtete Manuela Praxl.