Spannendes und Gruseliges, gelesen von Felix Leibrock und gesungen von Christoph Theussl
Lesung und Musik mit Felix Leibrock und Christoph Theussl
Wenn sich zwei zum ersten Mal begegnen, dann kann es ganz schön spannend werden. Spannend in jeder Beziehung war es nicht nur für die beiden Hauptakteure Felix Leibrock und Christoph Theussl, die sich an diesem Abend zum ersten Mal trafen, sondern auch für die zahlreichen Gäste, die sich am 28. April in der Neufahrner Bibliothek eingefunden hatten.
Liest man die Vita von Felix Leibrock, dann lernt man einen Mann mit vielen Facetten kennen. Er zählt seine zahlreichen Berufe (u.a. evangelischer Pfarrer) und Tätigkeiten (u.a. Antiquariatsbuchhändler) auf, dazu manches, das sein Leben in unterschiedliche Richtungen (u.a. zwei Augenoperationen) gesteuert hat. Um es etwas einzugrenzen: Er ist auch Buchautor und schreibt Krimis, die in jüngster Zeit meistens in den Berchtesgadener Alpen spielen. Einem dieser Krimis war auch der aktuelle Abend gewidmet: „Mord am Watzmann“. Von der Handlung erfuhr man an diesem Abend zwar relativ wenig, dafür Interessantes über dessen Entstehungsprozess, die Suche nach Personen, die Landschaft, zufällig beobachtete Szenen, die er in die Handlung einbaut und wie er das alles letztendlich zu einem spannenden Mordfall zusammenfügt.
Felix Leibrock erzählte lebendig und locker und mit vielen witzigen Details, doch manchmal hätte man ihn gerne am Ärmel gezupft, wenn er sich gar zu weit vom Thema des Abends entfernte. Es hätte zudem dem entspannteren Zuhören gedient, hätte er sich nicht unablässig nach vorne, nach hinten, nach rechts und nach links bewegt. Und dass eine Zuhörerin verwundert feststellte, dass sie ihn nach der Pause viel besser verstanden hatte, war kein Wunder, da setzte er nämlich endlich sein Headset ein.
Sein Partner an diesem Abend war der Sänger und Schauspieler Christoph Theussl. Auch er kann eine beachtliche Liste aufweisen, in seinem Fall sind es Theaterrollen, Lesungen, CDs usw. Seine Verbindung zum Watzmann? Er spielte in der Neuinszenierung des Musicals „Der Watzmann ruft“ den „Bua“. An diesem Abend unterhielt er das Publikum mit makabren Moritaten und Liedern vom Tod und bewies, dass es stimmt, wenn man den Österreichern nachsagt, dass sie zum Tod ein besonderes Verhältnis haben. Er sang davon, dass es „erst im Graberl“ so richtig still ist, über die Leiche im Kofferraum des roten GTI und von der trostreichen Erkenntnis, dass wir alle einmal sterben und im Holzpyjama (= Sarg) landen – schwarzer Humor und so gruselig, dass einem die (Lach-)Tränen kamen.
Es war ein heiterer und unterhaltsamer Abend, das Publikum hat viel gelacht und sich bei den beiden Künstlern mit herzlichem Beifall bedankt.
Viele Besucher hätten am Ende der Veranstaltung bestimmt auch ohne die deutlichen Hinweise eine CD von Christoph Theussl oder den Krimi von Felix Leibrock gekauft, letzteren schon deshalb, weil man damit nicht nur einen spannenden Roman erwirbt, sondern auch ein Buch, das sich mit dem knallgrünen Umschlag und dem ebenso knallgrünen Buchschnitt ausgesprochen gut im Bücherregal macht.
„Erst im Graberl ist es richtig still“ singt Christoph Theussl.
Für Sie berichtete Maria Schultz.